CrossFit Invitational 2013

Was für ein Event! Sorry, wenn ich euch das auf die Nase binden muss und ihr eventuell nicht die Chance hattet dabei zu sein, aber das CrossFit Invitational 2013: Team USA vs. Team World war einfach der absolute Hammer! Eine einzigartige riesen Crossfit Party im Tempelhof Berlin: 4 Workouts hintereinander, knapp 1,5 Stunden Vollgas von den besten Athleten der Welt: Jason Khalipa, Ben Smith, Rich Froning Jr., Lindsey Valenzuela, Valerie Voboril und Talayna Fortunato haben Team USA vertreten und Team World bestand aus Frederik Aegidius, Chad Mackay, Albert-Dominic Larouche, Sam Briggs, Kara Webb und Camille LeBlanc-Bazinet. Ich meine, alleine die Namen reichen ja schon aus um das Kaliber der dort gezeigten Skills vermuten zu lassen. Aber fangen wir von vorne an.

Berlin war das ganze Wochenende in einem einzigartigen Crossfit-Fieber: überall traf man die mehr oder weniger verrückten Mitglieder unserer Crossfit-Family! Natürlich ganz besonders in den örtlichen Boxen! Wir waren am Samstag zuerst einmal bei meinem Kumpel Nico Bartke, den ihr sicherlich von seinem Blog „Nicodoescrossfit“ noch kennt, in seiner Kreuzberger Box CrossFit Icke. Nico hatte seine Türen für eine Open Gym Session geöffnet und es sollte natürlich nicht lange dauern bis das erste WOD losging. CrossFit Icke setzte dabei auf ein Team WOD, das ich gemeinsam mit Jörn Perlwitz von der CrossFit Schmiede rocken durfte.
Danach konnte ich Nico noch für ein kurzes Interview gewinnen, das ihr kommenden Donnerstag auf Suprfit.TV sehen könnt und bin danach direkt weiter zu CrossFit myleo, wo ich leider erst ankam als das letzte Heat schon lief. Aber gut, immerhin hat man hier wieder einige Freunde getroffen, auch wenn ich nicht mehr mittrainieren konnte.
Übrigens waren auch die Stars des Invitationals bei beiden Boxen zu Besuch. Überzeugt euch selbst davon was CrossFit Icke so alles kann:

Meine Leute von CrossFit Kokoro und ich kamen dann so gegen kurz vor 5 endlich am Ort des Geschehens am Tempelhof Berlin an, wo die Schlange vor dem Eingang zum CrossFit Invitational schon mega lang war. Aber witziger Weise war es eigentlich gar nicht stressig hier anzustehen, weil die ganze Crowd aus mehr oder weniger bekannten Gesichtern bestand und man so direkt die Gelegenheit nutzen konnte, um allen mal hallo zu sagen. Das sollte sich als echt praktisch erweisen, denn wer erst einmal drinnen war konnte locker flockig in der Menschenmasse untertauchen.
Das Set-Up bestand aus einem riesigen Rack, sechs Concept II-Rowern, Gym Rings und Langhantelstangen, umringt von drei riesigen Tribünen. Perfekter Aufbau, obwohl die Merchandising Stände so total überlaufen waren, das man selbst für Getränke ewig anstehen musste.
Aber was tut man nicht alles für die Leidenschaft zum Sport, nicht? Nachdem wir unsere Plätze ergattert hatten ging es dann pünktlich um sieben mit dem ersten WOD los:


Event 1: Team – Jackie:
1000m Rudern
50 Thrusters @ 20kg
30 Pull-Ups

Das lief so ab, dass zuerst die Damen von Team USA gegen die Damen von Team World angetreten sind und die Männer sich danach das erste Battle gegeneinander lieferten. Genial! Team USA war im Großen und Ganzen für die meisten klarer Favorit, aber Sam Briggs konnte schon beim Rudern einen Vorsprung für Team World erkämpfen, den die Mädels auch bis zum Schluss von Diane nicht mehr abgegeben haben. Team USA hingegen konnte auf weiblicher Seite das Workout nicht unter dem Time Cap erledigen. Bei den Männern drehte sich dieser Spieß aber genau um. Froning, Smith und Khalipa hatten einfach klar die Nase vorn. Aber Team World konnte dennoch mit einem Punkt in Führung gehen. Ihr könnt euch vorstellen, wie die Crowd dabei gejubelt hat!

Unbenannt

Event 2 + 3

Workout zwei sollte direkt im Anschluss folgen und war echt hart:

15 Dumbell Burpee Boxjumps
30 Paar-Deadlifts @ 265/182 kg

Event 3 folgte direkt ohne auch nur eine Sekunde Pause und bestand aus:

Overhead Squats @ 102/62 kg
15 Muscle-Ups pro Athlet

Auch hier konnten die weiblichen Athleten von Team USA nicht so ganz mit Team World mithalten. Sam Briggs zeigte während der Deadlifts einfach ihre fast schon unmenschliche Kraft und auch Cami hat einfach nicht aufgehört die Deadlifts weiter rauszuhauen. Ganz klar konnte man jedoch auch Sams Schwäche bei den Overhead Squats sehen, von denen sie lediglich einen gemacht hat. Der Rest ging dann auf Webb’s und LeBlanc-Bazinets Kappe. Aber bei den Muscle-Ups war die „Fittest Woman on earth“ wieder voll dabei und hat die Königsdisziplin der Gymnastics Übungen ganz locker abgerissen, während Team USA das Workout nicht unterhalb des Time Caps durchziehen konnte.
Die Männer haben allerdings auch hier den Spieß wieder komplett rungedreht: Team USA dominierte die Deadlifts und Overhead Squats, von denen alleine Froning schon mal zehn am Stück rausgehauen hat – mit 102kg! Jeez, ich wünschte ich würde da drei von hinbekommen! Besonders kam die Überlegenheit für mich aber nochmal bei den Muscle-Ups raus, die bei den Amerikaner einfach total easy aussahen, während Team World leider sehr daran zu beißen hatte und schließlich auch hier am Timecap scheiterte. Zu meiner persönlichen Zufriedenheit konnte aber auch Rich Froning oder Ben Smith die Muscle Ups nicht am Stück durchziehen, sondern mussten es in kleinere Teile aufsplitten. Schön zu sehen, dass es auch den Top-Athleten so geht.

Sam Briggs und Camille LeBlanc-Bazinet bei den Partner-Deadlifts
Sam Briggs und Camille LeBlanc-Bazinet bei den Partner-Deadlifts
und Rich Froning mit Jason Khalipa: "Lightweight, Baby!"
und Rich Froning mit Jason Khalipa: „Lightweight, Baby!“

Event 4 – Clean Ladder:

Das vierte Event war die Clean-Ladder, bei der jeweils ein Mann und eine Frau wieder ein Team bildeten und gegeneinander antraten. Alle 30 Sekunden wurde dabei der nächste Lift gestartet und Dave Castro stellte die exakte Zeiteinhaltung sicher. Hier ging die Stimmung erst recht auf einen neuen Höhepunkt. So „langweilig“ dieses Event für Außenstehende ist, so spannend ist es für den leidenschaftlichen Crossfitter! Gerade der Support für Frederik Aegidius, der in zwei seiner Versuche zunächst auf den Knien landete stieg ins Unermessliche und sollte seine Wirkung dabei auch nicht verfehlen: klar hat er es noch geschafft sein Gewicht zu cleanen und bedankte sich spontan bei den Fans, noch während er die Hantel auf den Schultern hatte. Das ist Sportsgeist!
Khalipa, Froning und Valenzuela waren allerdings für mich am beeindruckendsten bei diesem Event. Khalipa ließ das Gewicht einfach nur wie Spielzeug aussehen, Froning stieg überhaupt erst mal mit 140 kg ein im ersten Versuch und Valenzuela kämpfte sich bis an ihr absolutes Maximum. Sam Briggs Leistung lässt sich zwar auch nicht schmälern, aber ihre Technik war so immens schlecht, dass ich schon die Angstperlen in den Gesichtern der hinter ihr sitzenden Fans sehen konnte, die vermutlich jeden Moment damit rechneten von einer ihrer Bandscheiben direkt ins Gesicht getroffen zu werden.

Frederik Aegidius bei seinen Squat Cleans
Frederik Aegidius bei seinen Squat Cleans

Der Showdown – Event 5

Event Nummer 5 war dann aber ein gelungener Showdown und mein absoluter Favorit.
30m Handstand Walks
60 Team Worm-Thrusters
Ausfallschritte mit der Axle Bar Overhead @ 75/45 kg

Team USA lag zu Beginn des letzten Events mit knapp 2 Punkten vorne. „The winner takes it all“ – wer auch immer das letzte Event gewinnen sollte, der würde auch das ganze CrossFit Invitational gewinnen. Ich werde gar nicht erst versuchen diese Stimmung hier zu beschreiben. Das geht einfach nicht und würde dem definitiv nie Rechnung tragen.
Kara Webb startete das Event einfach mal mit einem makellosen Handstand Walk und auch der Rest des Teams World rockte diese erste Herausforderung locker, um dann kurz vor Team USA mit dem Worm Thrusters zu starten. Die Amerikaner mussten relativ oft den Worm ablegen während sich die World-Athleten insgesamt nur zweimal eine kurze Pause gönnten. Die USA kamen zwar bei rund 40 Thrustern nochmal bis auf 2 Reps an ihre Konkurrenz ran, doch das wollten sich die „Weltler“ nicht mehr nehmen lassen und rissen auch ihre letzten Wiederholungen gekonnt ab. So startete Camille LeBlanc-Bazinet als erste in die Overhead Lunges und battelte sich direkt mit Rich Froning, der kurz nach ihr starten sollte. Selbst Sam Briggs biss sich durch ihre schwache Overhead Position professionell durch und finishte die Ausfallschritte mit nur ca. 3 Absetzern. Chad Mackay bildete das Schlusslicht des Teams World und kam gequält aber hoch motiviert knappe zehn Meter vor Ben Smith, dem letzten Läufer des Teams USA, über die Ziellinie, um den Sieg für sein Team klarzumachen. Spätestens jetzt war die ganze Halle auf den Beinen, um diesen so wenig erwarteten aber lang ersehnten und vor allem verdienten Sieg zu feiern! Die Stimmung war einfach atemberaubend!

Camille bei den Overhad Lunges
Camille bei den Overhad Lunges
Handstand Walks made easy
Handstand Walks made easy

After-Party und „Hangover-Cleans“

Es war wirklich genial diese Top-Athleten einmal live zu erleben und anfeuern zu können, aber auch zu sehen, wie sie selbst – auch direkt nach ihrem Sieg – noch dabei waren ihre Konkurrenz anzufeuern und in den letzten Wiederholungen zu unterstützen. Ich liebe diesen Sport und zwar ganz besonders für diesen ausgeprägten Team- und Communitygeist! One world, one family!
Das zeigte sich dann auch in der After Party in der Capitol Golf Lounge, die durchaus gut besucht war und von dem ein oder anderen bis mindestens 5 Uhr früh genutzt wurde, um die Freundschaft in der CrossFit Szene zu festigen und zu spontanen Dance-Battles anzutreten 😉
An dieser Stelle möchte ich Florian Haseloff und dem ganzen Team vom CrossFit Werk nochmal ganz herzlich danken, denn die Organisation dieser After Party ging komplett auf deren Kappe! Vielen Dank, dass ihr euch so dafür eingesetzt habt uns alle zusammen zu bringen und uns die Möglichkeit zu geben zusammen zu feiern!
Aber das ist ja noch nicht mal alles: Flo hatte auch noch am Sonntag darauf um 11 Uhr zum Affiliate Owners WOD eingeladen. Elli Hachmann von CrossFit HH, Jörn Perlwitz und seine Crew von der CrossFit Schmiede und meine Wenigkeit mit meinem Team von CrossFit Kokoro konnten hier gemeinsam mit Flo in seinem CrossFit Werk Heavy Cleans angehen und haben kurzerhand ganz offiziell die neueste Übung eingeführt: „Hangover Cleans“ – nach maximal 4 Stunden Schlaf und guter Party davor purzelten die PR’s in den Power Cleans nur so vor sich hin, was nur von unserem kurzen MetCon abgerundet wurde, bevor es dann leider wieder für eine gefühlte Ewigkeit auf die Autobahn ging.

Alles in allem war es einfach ein mega geiles CrossFit Wochenende voller cooler Leute, neuer und alter Freunde, viel Sport und einem extrem krassen Event. Vielen Dank an alle die daran mitgewirkt haben und/oder dabei waren und das Ganze zu dem gemacht haben was es war: unvergesslich!
Macht weiter so, Crossfit Community Deutschland! Ihr seid spitze und ich bin stolz ein Teil davon sein zu dürfen!

Finish Strong, euer Art

neben Garrett Fisher schneide ich ja vll noch ganz okay ab äußerlich (auch wenn er eindeutig mehr Progenex im Haar hat ;-) )
neben Garrett Fisher schneide ich ja vll noch ganz okay ab äußerlich (auch wenn er eindeutig mehr Progenex im Haar hat 😉 )
aber neben Miranda Oldroyd hab ich definitiv verloren!
aber neben Miranda Oldroyd hab ich definitiv verloren!
  • Krusch M

    und…..
    Es waren nicht 4 Events sondern 5!
    Das von dir beschriebene 2te Event wurde in 2 Events aufgesplittet

    Event #2
    15 Dumbell Burpee Boxjumps

    30 Paar-Deadlifts @ 265/182 kg

    Event #3
    Overhead Squats @ 102/62 kg

    15 Muscle-Ups pro Athlet

    Das sah man gut bei der Eurosportübertragung. 😉
    Und in dem von dir geposteten „CrossFit Games“ Link wird es auch so beschrieben. :-)

    MFG
    Martin

    • suprfitde

      Danke für dein ausführliches Feedback, werden das entsprechend anpassen. 😉

  • Krusch M

    Event #1 war sicher NICHT Diane!!!
    Da handelte es sich um die Benchmark „Jackie“!

  • https://plus.google.com/u/0/117880097743478371106/about Paul Kliks

    Krass die Miranda!!!!!!!!