Die Comfort Zone

Hi Leute,

Ihr kennt sie – die Comfort Zone. Das ist der gediegene Bereich in dem ihr wunderbar eure gewohnten Bewegungen ausführen könnt, weil ihr hierfür stark genug, beweglich genug und motiviert genug seid.

Auf Wikipedia wird es unter dem Feld der Psychologie beleuchtet und so beschrieben (frei übersetzt aus der amerikanischen Version): Die comfort zone ist ein verhaltenstypischer Status, in dem eine Person Angst-neutral operieren kann, indem sie ein limitiertes Spektrum an Verhaltensweisen verwendet, um eine konstante Performance zu liefern, gewöhnlicherweise unter Risikoaversion (aso dem Risiko abgeneigt) (White 2009). Die Persönlichkeit einer Person lässt sich durch seine oder ihre Comfort Zone beschreiben. Eine Comfort Zone ist eine Art mentaler Kondition, die eine Person dazu vernalasst mentale Grenzen zu erstellen, auszuweiten und auszunutzen. Diese Grenzen kreieren ein bisher unbekanntes Gefühl der Sicherheit für die Menschen. Wie Objekte bei der Trägheit (physisch) tendieren Menschen dazu innerhalb ihrer Komfort Zone zu bleiben und niemals darüber hinaus zu treten. Um jedoch tatsächlich aus dieser Zone herauszutreten müssen die Menschen mit neuen und unterschiedlichen Verhaltensweisen experimentieren, um ebenso neue und unterschiedliche Antworten des Körpers auf diese neuen Reize zu erfahren und sich diesen anzupassen.
(Hier geht’s zu dem ursprünglichen Wikipedia-Artikel)

Das trifft’s ziemlich gut!

Okay, also die Comfort Zone, oder auf deutsch Komfort Zone, ist der Bereich in dem wir uns super bewegen können, in dem wir ideal angepasst sind. Warum also da raus gehen?

Beleuchten wir das mal an einem Beispiel: Hugo, 35, Bürokaufmann, der gerne am Wochenende mit seinen Jungs eine Runde kicken geht. Hugo steht als anständiger und motivierter Bürokaufmann morens früh auf, macht sich fertig und setzt sich an den Frühstückstisch, danach geht er ein paar Schritte zum Auto und setzt sich wieder, bis er in seinem Büro ankommt. Dort nimmt er in der Regel dann den Fahrstuhl auf seine Etage und setzt sich erst einmal an den Schreibtisch, bis er sich in der Mittagspause eventuell einen Snack holt, um diesen am Schreibtisch zu verzehren oder bis er sich zum Essen in ein Restaurant oder die Küche setzt. Danach geht die Büroarbeit weiter, gefolgt von einer unglaublich spannenden Autofahrt im nachmittäglichen Berufsverkehr nach Hause, wo er sich von den Strapazen des Tages erst einmal auf dem Sofa ausruht – sitzend versteht sich. Aber spätestens Samstag wird ihm die Sitzerei dann doch langsam zu viel – ab auf den Bolzplatz mit den Jungs! Hier merkt er, dass er immer noch „locker“ seine Einsatzzeit durchspielen kann. Er ist also noch fit! Oder?

Augen auf, Junge! Du bist nicht fit, du bist nur die ganze Zeit in der verdammten Comfort Zone! Du bist daran gewöhnt viel zu sitzen und kommst vermutlich, wie der Durchschnitt der europäischen Bevölkerung auf eine täglich zu Fuß zurückgelegte Strecke von weniger als 400m. Das ist nix! Alleine zwei Generationen vor uns waren es noch knapp 24 km am Tag. Und voilá die Herrschaften waren auch durchaus gesünder und weniger fettleibig. Aber gut, du bist ja fit! Du kannst ja Fußball spielen! Aber wie steht’s mit der Beweglichkeit? Und mit der Kraft? Kraftausdauer? Maximalkraft? Relative Kraft? Ausdauer? Präzision? Balance? Flexibilität? Etc. pp.

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Wenn ihr euch in Hugo irgendwie wiedererkennt, dann solltet ihr schnellstmöglich handeln! Allein Fußball spielen reicht definitiv nicht aus! Euer Körper muss aus seiner Komfort Zone gebracht werden: physisch wie psychisch. Denn auch im geistigen Bereich gilt: Wenn ich immer nur Dinge tue, die mir leicht fallen, dann werde ich weder besser noch erfolgreich. Stress ist schließlich nicht gleich Stress. Die positive Form, der Eustress, ist physisch wie psychisch eine Belastung, die so dosiert ist, dass sie euch Vorteile bringt, euch besser macht, erfolgreich macht! Der Distress, also die negative Form bewirkt hingegen genau das Gegenteil! Wer sich konstant an die Grenzen seiner Comfort Zone bringt und diese gelegentlich auch überschreitet – sei das im Training oder im schulischen/beruflichen Bereich – der kann die Grenzen dieser Zone ausweiten. Das ist quasi so, als würden lauter kleine Arbeiter in eurem Körper einfach die Abgrenzung eurer bisherigen Zone einreissen und ein kleines bisschen weiter weg wieder aufbauen. Und ehe ihr euch verseht seid ihr schon bald euer eigener „Großgrundbesitzer“ und müsst nicht mehr „nur die kleinen Brötchen backen“. Aber mehr als euch darauf aufmerksam machen kann keiner außer euch selbst! IHR müsst aus den Puschen kommen, IHR müsst ins Training gehen und IHR müsst den ersten Schritt machen. Der ist zwar bekanntlich der schwierigste, aber vielleicht zieht ihr euch ja schon mal die Schuhe dafür an. Auf dem Weg hilft euch dann eure Community und bestimmt auch mein letzter Artikel „Alles nur Kopfsache“ über mentale Toughness 😉

Wenn das erst mal läuft, dann könnt ihr wie Hugo im Fußball noch viel mehr glänzen und euch eines gesunden, mental und körperlich fittem „Ich“ erfreuen, die neuen Möglichkeiten genießen, die euch eure neue Fitness bereitstellt und die wirklich freien Tage, die Restdays, auch mal auf der Couch verbringen! 😉

„Do not put in the work if you don’t have the balls to rest!“
(frei übersetzt: Mach dir gar nicht erst die Arbeit, wenn du nicht die Eier hast dich auch auszuruhen!”)
Ist und bleibt immer noch einer meiner Lieblingssprüche von Gym Jones. Also lieber Hugo, beweg deinen Hintern von der Couch, verwende deine Freizeit anständig, um dich physisch wie mental zu verbessern, deinem Körper was Gutes zu tun und die Grenzen deiner Comfort Zone auszuweiten.
Auf geht’s Schuhe an und den ersten Schritt machen!
Maximalkraft, Ausdauer, Balance, Flexibilität,

Finish Strong!
– Euer Art