Essen – Gut, Böse, Verwirrung?

Hand aufs Herz. Wann hast du das letzte Mal „Böses Essen“ gegessen? Das könnten extrem zuckerhaltige Lebensmittel sein, die nicht nur deinen Insulinspiegel in die Höhe schießen lassen, sondern auch den Vergiftungsgrad deines Körpers steigern und dich so empfänglicher für eine ganze Reihe von Krankheiten machen. Oder war es ein leckeres Teilchen vom Bäcker oder Imbiss, voll gepackt mit Transfetten, die deinen LDL-Cholesterinspiegel in die Höhe katapultieren während sie das HDL Cholesterin auf Talfahrt schicken?
Jaja, das Essen. Gute, alte „Sünde“, Aber ist es denn wirklich das Essen bzw. die Nahrungsmittel die so „böse“ sind? Ist es nicht vielmehr unser Verhalten und unsere Einstellung diesen Lebensmitteln gegenüber die wir auf den Prüfstand stellen sollten?
Jaja, das Essen. Gute, alte „Sünde“, Aber ist es denn wirklich das Essen bzw. die Nahrungsmittel die so „böse“ sind? Ist es nicht vielmehr unser Verhalten und unsere Einstellung diesen Lebensmitteln gegenüber die wir auf den Prüfstand stellen sollten?

Gut, Böse, Verwirrung?
Ihr kennt das, wenn man eine neue Ernährungsweise beginnt oder ausprobiert: als Erstes wird eine Liste gemacht mit allen „guten“ Sachen die man essen darf und allen Lebensmitteln die auf der dunklen Seite der Macht stehen. Grundsätzlich hab ich dagegen auch nichts einzuwenden. (Grundsätzlich bedeutet aber immer, dass da mindestens ein kleines bis mittelschweres „Aber“ folgt.)
Aber, das Problem ist, dass diese (meistens verdammt leckeren) Nahrungsmittel auf der bösen Seite gleich immer total verteufelt werden. So von wegen: du darsft auf gar keinen Fall mehr, am besten niemals wieder Pizza, Nudeln, Eis oder Donuts essen. Sonst stirbst du direkt an einem unheilbaren Irgendwas.
Worüber wir nicht nachdenken ist, dass wir mit einer solchen Einstellung unserem Lebensmittel einen intrinsischen Wert geben, den es nun mal einfach nicht (mehr) besitzt.

 

Nahrung, egal ob es ein riesen Haufen Gemüse ist oder eine Sacher-Torte, ist in erster Linie mal Nahrung. Dieses Zeugs hat absolut keinen eigenen Willen. Manche Lebensmittel hatten das evtl. mal andere auf gar keinen Fall. Aber das Zeug was auf unseren Tellern landet hat ganz sicher keine Absichten uns in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen oder das Gegenteil zu bewirken und unsere Gesundheit zu verbessern. Es will uns auch sicherlich nicht absichtlich fett machen oder aktiv dabei unterstützen endlich Gewicht zu verlieren. Die Nahrung auf unserem Teller ist in erster Linie einfach nur da und so unschuldig wie ein Gänseblümchen.

Unser Verhalten den unterschiedlichen Nahrungsmitteln gegenüber sieht da ganz anders aus. Das müssen wir nämlich als „Gut“ und „Böse“ bzw. „Gute Wahl“ und „Nicht so gute Wahl“ oder auch mal „hirnrissige Wahl“ kategorisieren.  Wer pausenlos Süßes in sich hineinstopft und das Pappmaul im Anschluss mit Cola runterspült der hat eindeutig eine „schlechte bis hirnrissige Wahl“ getroffen. Jegliche Auswirkungen auf den Körper dieser Person entstehen aber durch seine Entscheidung diese Nahrung zu konsumieren. Da kann doch das arme Twix nix dazu! Dieser Schokoriegel liegt einfach nur da, schmeckt lecker und verführerisch und frönt seiner Existenzberechtigung. Dass irgendein Typ auf die Idee kommt sich ausschließlich davon zu ernähren. Kein Problem in der Schokoriegel-Welt! Genauso gibt’s ja auch Leute die auf ebay Luftgitarren kaufen. Auch selber schuld wer sein Geld so zum Fenster rauswirft.

Zurück zum Thema. Wer Nahrung als Gut oder Böse klassifiziert der spricht dieser Nahrung eine Verantwortung zu die sie nicht besitzt und auch nicht besitzen kann. Diese Sichtweise kann wirklich gefährlich werden, denn so werden Nahrungsmittel gänzlich aus dem Ernährungsplan gestrichen. Ersatzlos manchmal. Das kann im allerschlimmsten Fall zu Essstörungen führen. Man denke nur an die „Models“ die versuchen alle Fette und gleichzeitig auch noch Kohlenhydrate zu vermeiden. Das Ergebnis sieht man ja. Verantwortung liegt immer beim Ausführenden – also bei uns! Übernehmt diese und trefft eure Entscheidung.

Kein Lebensmittel pauschal streichen

Meines Erachtens nach sollten wir keine Lebensmittel pauschal aus unserem Ernährungsplan gänzlich rausstreichen. Ja Weizen oder Zucker sind in hohen Mengen nicht gerade unsere besten Kumpels. Für andere ist Laktose oder Fruktose uncool. Alles okay diese Lebensmittel zu reduzieren. Aber seid bitte nicht dieser komische Typ, der nie mit seinen Freunden essen geht weil er nichts findet in der Pizzeria, der kein Eis mit seinen Kids essen will weil es so ungesund ist oder der niemals Abends mitgeht was trinken. Nicht mal Top-Athleten wie Neal Maddox machen sowas (ab 0:40 Minuten):

Um ein gesundes Verhältnis zum Essen zu entwickeln müssen wir akzeptieren dass die Verantwortung über die Auswirkung der aufgenommenen Nahrungsmittel auf unseren Körper bei uns selbst liegt. Wer die Idee annimmt, dass da draußen keine Lebensmittel existieren die aus Eigenantrieb versuchen die Menschheit langsam durch Zivilisationskrankheiten auszurotten, der kann oben genannte Listen modifizieren. Bspw. eine Liste mit Nahrungsmitteln, die den Grundstock unserer Ernährung darstellen sollten (für mich sind das Gemüse, tierische Fette/Proteine), Lebensmittel die wir ab und an mal essen können (hochglykämische Kohlenhydrate, gesättigte Fette) und die paar Dinge die wir wirklich nur selten Essen sollten (Transfette, Zucker). Das erlaubt immer noch ab und an mal zu McDo zu gehen, Donuts zu futtern oder ein Eis zu schlabbern. Aber eben im individuellen, verantwortungsbewussten Rahmen.

So kann jeder Einzelne von uns die volle Verantwortung für seine Gesundheit und das Erreichen seiner Fitness-Ziele tragen.

Finish strong,
euer Art

  • Alexander Thomas

    Schöner Beitrag! In fast allen Punkten bin ich voll bei dir aber du kennst mich ja =D Wenn du jetzt sagst Transfette und Zucker KÖNNEN wir selten mal essen anstatt SOLLTEN wir selten mal essen und gesättigte Fette ein paar mal mehr als nur ab und an dann sind wir uns einig. Denn ich erkenne keinerlei Sinn darin, dass Transfette und Zucker gegessen werden müssen, quasi sollten. Aus der Sichtweise der Gefahr von Essstörungen, bin ich bei dir, dass solche Dinge mal gegessen werden können, weil es einen nicht gleich umbringen wird, kränker oder dick macht. Es ist aber definitiv kein muss. Glücklich und gesund ist auch und wird auch jeder, der v.a. Transfette meidet.

    Ach und wenn nicht, dann werden wir uns nicht ganz einig. Auch nicht weiter schlimm. 😀