Genesungstagebuch Tina Mirus Teil 3

Tina Mirus berichtet exklusiv und „Live“ von ihrer Genesung und darüber, wie man auch mit Verletzung weiter trainieren kann in ihrem Genesungstagebuch auf dem Suprfit Blog:

Woche 3:

Nach der OP hatte ich einen Bluterguss in Schienbeinnähe, dieser ist mittlerweile im Fuß angekommen und sieht immer noch sehr unschön aus. Der andere in der Kniekehle baut sich eher langsam ab und schränkt meine Bewegungen ein. Grundsätzlich sind Arzt, Physio und ich aber mehr als zufrieden.

Meine Ungeduld wächst täglich, ich merke wie es mich stresst, dass alle um mich rum Kniebeugen machen dürfen und können – nur ich nicht. Ich fühle mich nicht so richtig ausgelastet, das nervt wirklich, wahrscheinlich noch mehr mein Umfeld als mich selbst.
Nun denn,

nicht jammern – weiter machen!

Ich stelle fest, das ich tatsächlich schon stärker im Oberkörper geworden bin. Meine LegLifts sind grossartig, Strict Pullups und Strict Toes2Bar traue ich mich schon wieder zu machen und es ist wunderbar.
Das die Varianz von Shoulderpress so groß ist habe ich auch nicht gewusst…front – back, Snatchgrip – Cleangrip, sitzend – stehend…alles wird trainiert, aber nur strict.

Toes 2 Bar gehen schon wieder - aber nur strict!
Toes 2 Bar gehen schon wieder – aber nur strict!

Bei meinem letzten Arztbesuch fragte ich den Doc, wann ich das erste mal wieder leichte Sprünge machen darf. Die Antwort, es war mir fast klar, war ernüchternd…50-60 Tage nach der OP. Natürlich logisch, alles muss festwachsen und heilen. Es ist so bitter, die einfachsten Übungen nicht machen zu dürfen. Ich vermisse Double Unders und Boxjumps und und und und…

Jetzt, da ich körperlich eingeschränkt bin, denke ich oft an Menschen, die das permanent sind, unabhängig ob durch einen Unfall oder von Geburt an. Ich weiß und alle die ähnliche Erfahrungen haben wissen, das es nicht immer einfach ist, damit umzugehen, das oftmals der Kopf dem Körper viel zu viel abverlangt. Trotzdem ist es wichtig sich kleine Ziele zu setzen, so wird der Erfolg vor allem messbar. Mein Ziel bis Ende Woche 3 ist, Fahrrad fahren zu können auf dem Air Dyne…ich bin gespannt, ob das möglich ist.

Fahrrad fahren auf dem AirDyne - eins von Tinas kleinen Zielen
Fahrrad fahren auf dem AirDyne – eins von Tinas kleinen Zielen

Das Training hat sich geändert – uhhhhm – ich dachte erst, das ist ein Witz…nein – es war keiner…
Ich muss zwei reguläre Trainingseinheiten durch Mobility ersetzen.
Ok – das bedeutet, min. 120 Minuten Stretching pro Trainingseinheit. Das muss man erst mal schaffen, so viel Körper habe ich gar nicht – dachte ich. Der Physio spricht ein Machtwort und ich nicke demütig und tue, was er sagt.
Zu wenig oder falsches Mobilisieren ist generell eine Schwachstelle an der ich arbeiten muss und jetzt auch sollte, vor allem im Hinblick auf die Genesung. Das Buch von Kelly Starrett ist eine tolle Basis und hilft mir unter anderem bei der Umsetzung.

Es ist Montag und Woche drei ist fast um.
Warmup auf dem Fahrrad – es geht tatsächlich…die Pedale sind in Fussmitte, super…ich habe es nicht geglaubt. Spinning fahre ich jetzt nicht gleich, aber – ich würde von der Stelle kommen, wenn es kein Standfahrrad wäre. Ein tolles Gefühl, next Goal erreicht.

Dienstag: Meine letzte Thrombosespritze, endlich und es ist CrossFit Time. Auf Grund der Einschränkung bekomme ich ein alternativ-WOD, wunderbar. Auch habe ich einen neuen Freund das AirDyne, die neuste Anschaffung in unserer Box.
Auch hier gilt natürlich, Benutzung nach Maß – abheben hat also nicht geklappt. :-)

Die Dritte Woche ist geschafft,
ich freue mich auf die nächsten Schritte, im wahrsten Sinne des Wortes.

Auch Kettlebells sind ein beliebtes Trainingstool bei Verletzungen im Unterkörper
Auch Kettlebells sind ein beliebtes Trainingstool bei Verletzungen im Unterkörper
  • Martin Krusch

    Nice!
    Die Genesung wird mit Interesse verfolgt! :-)
    (Nach 2 OP’s -Leiste+Nabel- kann ich vieles mitfühlen -Decke fällt auf den Kopf ect.- )

    Immer daran denken -GEDULT!- dir läuft NICHTS davon. 😉

    greetz

    Martin.

    • Tina Mirus

      Danke Martin,

      …wo bekomm ich Geduld her