Genesungstagebuch Tina Mirus Teil 4

Tina Mirus, CrossFit Athletin aus Stuttgart berichtet über ihren Heilungsprozess nach ihrer Knie-OP. Wie gewohnt lasse ich Tina direkt und ohne Umschweife zu Wort kommen:

Es ist Mittwoch und ich starte meinen ersten Versuch zu arbeiten.
Ich habe eine sitzende Tätigkeit, da meint man – das wird schon irgendwie gehen.
Dumme Idee – wohin mit dem Bein? Hochlegen…wohin hochlegen, auf den Schreibtisch…dann gibt es gleich noch Hüftprobleme :-(
O.K….also nein, noooch eine Woche zu Hause bleiben.

Mein Hunger nach Bewegung ist unersättlich und doch muss ich mich bremsen, um den Heilungsprozess nicht negativ zu beeinflussen.
Mein Physio hat mir erlaubt Kreuzheben mit moderatem Gewicht von erhöhter Position zu machen – omG :-) die beste Nachricht des Tages.
Das habe ich dann auch gleich am Abend ausprobiert und es war großartig. Natürlich komme ich an meinen PR so gar nicht ran, doch alles was ich in dieser Situation erreiche ist ein persönlicher Rekord.
Erster Versuch im Kreuzheben 55kg 5 Sets 8WH…Super!!!

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Seit heute ist das Pflaster komplett entfernt.
Dadurch, das die Narbe in Beinachse verläuft wurde diese extra mit Stripes fixiert, damit sie auch wirklich zu bleibt. Nun heißt es – salben damit sie weich und flexibel wird.

Das Stabilisationstraining geht voran, d.h. Übungen im Einbeinstand auf einer Schaumstoffmatte bzw. auf einem Luftkissen. Damit habe ich schnell nach der OP begonnen. Zu erst auf normalen Boden um ein Gefühl zu bekommen und später dann auf dem Schaumstoff und dem Luftkissen.

Meine Mobility – Workouts zeigen auch Ergebnisse. Aktiv habe ich einen Squatwinkel von ca. 85 Grad, passiv ist es fast (also nur fast :-)) ein Budda – Squat und das ist wirklich gut.
Aktiv bedeutet – eine Kniebeuge mit Langhantel (20kg) – ich beuge so tief, wie es mein Knie & mein Kopf zulässt.

Passiv heißt – geführt und gehalten die Squatposition zu erlangen und in der tiefsten Position so lange es geht zu bleiben. Das kann ich überall machen, wo ich mich gut festhalten kann. Hier achte ich explizit darauf, das mein Oberkörper in der richtiger Position bleibt.
Weil das Knie an Vertrauen verloren hat, „neigt“ man dazu den Oberkörper nicht aufrecht zu halten. Man meint, man nimmt dem Knie druck weg, aber schlussendlich ist es eher schlechter für das Knie.

Zum Ende der Woche 4 habe ich noch eine neue Schiene bekommen. Die Meinungen sind sehr, sehr unterschiedlich und ich möchte mich auch hier an dieser Stelle noch einmal bei Allen bedanken, die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Es ist die Donjoy Fullforce geworden und sie sitzt ganz gut. Ich benutze sie im Moment ausschließlich zum Training, Autofahren und wenn ich viel unterwegs bin.

Was ich an der Schiene bemängeln muss ist, dass sie extrem auf die Patellasehne drückt. Man hat mein Kreuzband aus einem Stück Patellasehne rekonstruiert und jetzt drückt das Verschlussband permanent auf eine noch zuheilende Stelle.

Die Woche ist um und mein Knie fühlt sich großartig an.
Ich zähle die Tage – wir sind bei Tag 28 von 55
Haltet mich für verrückt – aber ich vermisse jede Art von Sprüngen…absolut jede…

Bis bald…ganz liebe Grüße
Tina

  • Tina Mirus

    Vielen lieben Dank,
    ja, ich bin sehr froh, das ich unter Beobachtung stehe

  • http://www.aesirsports.de Damian

    Finde das ganz super, wie du das machst, Tina. :) Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, arbeitest du dich wieder nach vorne. Auf die Art und Weise wirst du sicher schnelll wieder fit – aber nicht übertreiben. Du weißt ja wie das geht, Regeneration ist ja auch wichtig für den Körper.

    lieben Gruß