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Handschuhe oder Chalk?

Wenn nicht wir, wer dann? Das bezieht sich heute mal nicht auf einen Liedtext, sondern auf das Schwitzen. Insbesondere in MetCons schwitzen wir CrossFit Athleten immens. Ich persönlich schwitze generell schnell und viel, aber so viel wie im CrossFit sonst kaum. Außer beim Bikram Yoga, das toppt das Ganze nochmal :-)

Während viel Schwitzen durchaus gesund für den Körper ist und ein Zeichen darstellen kann, dass dein Körper fit ist und seine Temperaturregulierung gut im Griff hat führt es andererseits dazu dass wir so einiges nicht mehr wirklich im Griff haben. Genau, unser Equipment. Wer viel schwitzt tendiert auch zu sehr schwitzigen Handflächen und das wiederum führt zu Schwierigkeiten beim Greifen. Das kann dich selbst gefährden, wenn du bspw. Kipping Pull-Ups oder Muscle-Ups machst oder auch dein Gegenüber oder den (natürlich kaum vorhandenen) Spiegel dir gegenüber wenn du bspw. gerade bei Kettlebell Swings bist und sie dir aus der Hand gleiten. Viele tendieren daher dazu ihr Griffproblem mit Kreide (Chalk) oder Handschuhen zu beheben. Aber was davon ist sinnvoller?

 

Handschuhe

Handschuhe sind eine gern genutzte Option, da sie vor allem eines tun: die Handflächen schützen. Insbesondere Anfänger haben oft das Problem, dass es schmerzt, wenn sie sich an die Klimmzugstange hängen oder die Langhantel anfassen. Das ist aber nicht nur bei Anfängern so! Je nach vorhergehendem Training (also vom Vortag) will ich diese Hantel manchmal gar nicht erst anfassen. Handschuhe können also dafür schützen, da sie eine Schicht zwischen Haut und Eisen bringen. Klingt erstmal gut. Diese Schicht führt aber auch dazu, dass der Durchmesser des Gepackten etwas größer wird. Und das erfordert mehr Griffkraft für die Übung. Bei Druckübungen ist das Wurst, aber bei Zugübungen fällt das schnell schwer in Gewicht. Fragt zB jede Frau, die normalerweise mit einer Frauenhantel trainiert (dünnerer Griff) und dann mit einer Männerstange trainieren soll, wie stark der Unterschied ist (und es sind eigentlich „nur“ 4mm Unterschied) – oder nutzt einmal Fat Gripz, wenn ihr diese Erfahrung auf ein Maximum steigern wollt. Bei Kipping Pull-Ups, Muscle-Ups, Snatches, Cleans und Co. gibt ohnehin der Unterarm sehr rasch auf – Handschuhe können dazu führen, dass dies noch früher eintritt.

 

Auch Profis wie Chris Spealler greifen ab und zu zu Handschuhen
Auch Profis wie Chris Spealler greifen ab und zu zu Handschuhen

Auch wenn sie die Handflächen durchaus schützen können, bei allen Schwung- Übungen, – also alle Kipping Bewegungen, wie bei T2B, MU, PU,… – schützen sie dennoch nicht davor, dass die Haut reißen kann, denn der Stress, der durch die Friktion entsteht ist es, der zum Reißen der Haut führen kann. Und dazu zählt leider auch die Friktion zwischen Handschuhen und Handfläche. Wer bereits aufgerissene Haut hat, den können Handschuhe allerdings super davor schützen, dass die Wunde sich infiziert durch die Bakterien am Equipment. Sehr sinnvoll empfinde ich die Verwendung von Handschuhen bei Rope Climbs, denn hier kann ich mich durchaus besser ablassen wenn ich meine Handflächen geschützt habe und dadurch etwas rutschen darf. Aber bitte nur kontrolliert!

 

Chalk / Kreide

Chalk, oder Magnesiumcarbonat, wird in allen Sportarten, die hohe Griffkraft erfordern verwendet. Turnen, Klettern, Strongman, Kraftdreikampf und CrossFit sind nur einige Beispiele. Die Liste ist endlos. Chalk bietet die Möglichkeit den entstehenden Schweiß aufzusaugen und die Neubildung teilweise einzuschränken oder zumindest hinauszuzögern. Und das bei dem großen Vorteil, dass der Durchmesser der Hantel / Stange / Kettlebellgriffe nicht zusätzlich vergrößert wird.

 

Zu viel Chalk sollte es dann auch nicht sein

Was Kreide definitiv nicht kann ist bereits vorhandene Wunden vor Infektionen zu schützen. Wer also lediglich Kreide verwenden möchte sollte solche Stellen vorher gut tapen. Ebenso schützt Kreide nicht die Handflächen vor potentiellen Verbrennung bei Seilübungen, wie dem Rope Climb oder Tauziehen, dafür können wir uns aber sicher sein, dass es nur unserem eigenen Grip zuzuschreiben ist, wenn die Unterarme versagen :-)
Manche Menschen reagieren zudem sehr sensibel auf den Kreidestaub, der unweigerlich entsteht, aber in der Regel ist auch keiner so blöd wie ich und hustet in den Chalk-Eimer nur um danach mitten im WOD tief einzuatmen und so den Lungenflügeln zu mehr Trockenheit zu verhelfen.

 

Gymnastics Grips

Gymnastics Grips sind aus meiner Sicht eine super Zwischenlösung aus Handschuhen und Kreide, da sie das Beste aus beiden Welten vereinen. Ich kann sie bei Zugübungen mit Schwung, wie Kips etc. als Schutz vor Hautrissen nutzen, da in der Regel keine Bewegung zwischen der ledernen Gripoberfläche und meiner Haut zusätzlich entsteht, wie es bei Handschuhen oft passieren kann (insbesondere wenn diese durch die viele Bewegung Falten schlagen) und im nächsten Moment an der Langhantel oder anderen Geräten, an denen ich lieber mit meiner Haut klebe, ohne die lederne Zusatzhaut arbeiten, indem ich die Grips einfach auf den Handrücken drehe.
Der einzige Nachteil an den Dingern ist, dass man sie etwas eintragen muss. Anfangs sind sie doch recht hart, aber wenn sie einmal ordentlich eingetragen sind ist es genial. Ich nutze meine Gymnastics Grips hauptsächlich in Gymnastics-Übungen und immer dann, wenn ich merke, dass meine Haut bereits strapaziert ist und ein Reißen vermeiden möchte.
Wie du die richtige Größe ermittelst erfährst du in meinem Video:

 

Ob du jetzt lieber mit oder ohne Handschuhe trainieren möchtest, Gymnastics Grips oder Chalk verwenden möchtest liegt nach wie vor vollkommen bei dir. Wie bei allem geht auch hier probieren über studieren und ganz getreu unserem CrossFit Mantra geht nichts über stetige Variation des Reizes – das gilt auch für deine Haut.

 

Finish strong

Euer Art

P.S.: Wenn es dennoch an Griffkraft mangelt check‘ mein Oldschool-Video zum Griffkraft-Training