Muskelmasse – warum wir ein bisschen zulegen sollten

Typische Statements, die man immer wieder hört sind: „Wenn ich so schwer hebe, dann bekomme ich gleich so große Muskeln, das will ich nicht.“ „Ich nehme eher weniger Gewicht und mehr Wiederholungen für die Definition.“ Leute, diese Aussagen sind vor allem eines: Mythen. Ja, sie werden oft gepredigt und das in mannigfaltigen Quellen wie Übungsbüchern, Websites, facebook Seiten, Videos usw. Aber hey, nur weil 20 Leute sagen, dass K**** nicht stinkt hört sie damit in der Regel nicht auf! Vom Boden der Tatsachen aus gesehen sollten wir Folgendes betrachten:

– Schwere Gewichte zu heben ist keine Garantie für dickere Muskeln – das kommt ganz auf das gesamte Training an
– Hohe Wiederholungszahlen mit geringeren Gewichten bedeuten noch lange keine Definition
– Muskeltonus und Definition haben auch zu einem Großteil mit Ernährung und Genetik zu tun und nicht nur mit Wiederholungszahlen und Gewichten
– Männlein oder Weiblein, solange sie „mittelchenfrei“ sind, beide müssen sich ordentlich im Training in den Hintern treten, um auch nur ein bisschen Muskulatur aufzubauen.

Neal Maddox - ein Beispiel und Vorbild für Kraft, Muskelmasse und Power Quelle: games.crossfit.com
Neal Maddox – ein Beispiel und Vorbild für Kraft, Muskelmasse und Power
Quelle: games.crossfit.com

Die goldene Regel für Muskulatur ist die: Mehr davon zu haben ist grundsätzlich nicht schlecht. Klar müssen die anderen Anteile der Fitness ausgeglichen trainiert werden (wie Ausdauer, Balance, Flexibilität , etc.) aber mehr Muskulatur schadet aus folgenden Gründen auch nicht unbedingt:

1) Muskulatur ist metabolisch aktiv

Mehr Muskulatur verbrennt schlichtweg mehr Kalorien. Und das auch schon im Ruhezustand. Wer diese Masse dann zusätzlich hart trainiert, der wird nicht nur während des Trainings sondern auch in der Regenerationsphase wesentlich mehr Kalorien verbrennen. Das ist wahrlich keine Raketenwissenschaft – sogar ich kapiere das :-)

2) Muskelaufbau stärkt Knochen, Bändern und Sehnen

Durch Krafttraining werden auch die Knochen, Bänder und Sehnen gestärkt. Das verringert signifikant den das Verletzungsrisiko – sowohl im Sport als auch in Alltagsbelastungen. Die meisten Unfälle geschehen ja schließlich im Haushalt und Alltag und nicht im Training. DA könnte ein etwas stabileres Gerüst ganz nützlich sein.

3) Muskulatur ist und macht sexy

Ich weiß, die Meinung teilt nicht jeder – aber immerhin rund 98% der Menschheit :-p Spaß beiseite. Wie schon in Punkt 1 beschrieben wird mehr Muskulatur den Grundumsatz steigern. Das führt natürlich auch dazu – gepaart mit guter Ernährung – das Körperfett abgebaut wird. Und – da muss ich jetzt mal allen in die Karten spielen, die unverständlicherweise nur Trainieren um besser auszusehen statt ihre Leistung zu steigern – weniger Körperfett trägt natürlich das Sixpack zu Tage und sorgt für den „definierten“ Look.

4) Mehr Muskeln erhöhen die Insulinrezeptoren

Eine Erhöhung der Muskelmasse führt auch zu einer Erhöhung der Insulinrezeptoren im Körper. Wer mehr davon besitzt dem fällt es einfacher Fett zu verbrennen und den Zielen in Punk 3 ein ganzes Stück naher zu kommen.

5) Gut trainierte Muskeln helfen im Alltag

Eine ausgewogen trainierte Muskulatur kann Haltungsschäden ausgleichen und beheben. Wer unter chronischen Rückenschmerzen leidet, ständig im Nacken verspannt ist oder oft über Kopfschmerzen oder andere Verspannungen und Haltungsprobleme klagt, der ist in der Regel mit einer gut auftrainierten Muskulatur und dem Vermeiden von übermäßigem Sitzen gut beraten, um diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Miranda Oldroyd überlebte aufgrund ihrer starken Nackenmuskulatur sogar einen schweren Autounfall Quelle: 31.media.tumblr.com
Miranda Oldroyd überlebte aufgrund ihrer starken Nackenmuskulatur sogar einen schweren Autounfall
Quelle: 31.media.tumblr.com

Hier geht’s zu Miranda’s Story auf ESPN

6) Cardio?!

Auch ein oft gehörtes Argument – bzw. eine Ausrede – ist: „Ich bin Ausdauersportler ich brauche kein Krafttraining“- Sorry, Bro aber das ist einfach nur falsch. Überlegt mal was den Körper bewegt: Muskulatur und was beim Ausdauersport gebraucht wird um sich fort zu bewegen und Gelenke, Sehnen und Bänder zu schützen: Muskulatur. Und was brauchen wir wenn wir z.B. einen Sprint ans Ende unseres Halbmarathons setzen wollen um den Gegner noch einzuholen? Stärkere Muskulatur und noch „Saft“. Et voilá: Mehr Muskelmasse und Kraft wäre sehr praktisch oder nicht?
Zudem ist ein hartes Krafttraining, wie bspw. im CrossFit ebenso eine enorme Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Vergleicht doch mal wie ihr euch fühlt nach einem kurzen knackigen WOD wie Fran (max. 8-10 Minuten) im Vergleich zu einem 50 minütigen Dauerlauf im Park.

Um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben: Es gibt ellenlange Listen über Krankheitsbilder, die mit Übergewicht und Adipositas verbunden sind. Eine Liste von Krankheiten die mit einem gut trainierten, kraftvollen,, muskelbepackten Körper in Verbindung stehen kenne ich hingegen nicht. Klar gilt das nur für funktionelle Muskulatur. Sinnbefreit aufgepumpte Muskulatur führt ebenso zu Haltungsbeschwerden, Mobilitätseinschränkungen evtl. auch zu weiteren gesundheitlichen Problemen.

Markus Rühl ist, im Gegensatz zu dem oben gezeigten Neal Maddox, ein Beispiel für übermäßig auftrainierte Muskelmasse, die zwar für ihn als Wettkampfbodybuilder funktionell sein mag, im Gesundheitsaspekt aber stark hinterherhinkt.Quelle: http://officialflorian.blogspot.de/ 

Kurzum: Muskelmasse ist unser Freund und Helfer :-) Also weg vom Computer und „Work your butt off“

Finish strong,
Euer Art