Rope Climbs – Technik, Krafttest, Progressionen

Rope Climbs sind für viele ein Albtraum. Kein Wunder, wenn sogar Profi-Athleten wie Rich Froning damit immer mal wieder Probleme haben, oder? Meistens ist das „Problem“ mit Rope Climbs eines der folgenden beiden: ein mentales oder mangelnde Technik. Klar können insbesondere Anfänger auch einen Kraftmangel haben, aber das ist eher seltener das Problem als die beiden vorherigen. Seilklettern wird sogar gern zur Beseitigung dieser Probleme eingesetzt. Etwa in Leadership Seminaren und beim Militär, um das Selbstvertrauen eines Menschen zu verbessern.
Oft ist es tatsächlich ein klein bisschen Höhenangst gemischt mit der mangelnden Technik bzw. der festen Überzeugung dass Rope Climbs eine reine Kraftübung seien. Sie erfordern zwar durchaus einiges an Kraft, insbesondere im Schultergürtel und den Unterarmen, aber der Großteil der Arbeit sollte tatsächlich aus den Beinen kommen. Gehen wir aber Schritt für Schritt durch, wie ihr euch an Rope Climbs herantesten könnt.

Krafttest: Bin ich stark genug für Rope Climbs?

Viele Sportler sind der festen Überzeugung viel zu schwach zu sein, um ein Seil hoch zu klettern. Meistens ist das Quatsch. Coach Carl Paoli von GymnasticsWOD hat einen kleinen Krafttest veröffentlicht, mit dem ihr testen könnt, ob eure Kraft prinzipiell für das Seilklettern ausreicht.

1) Ihr steht unter dem Seil und streckt die Hände so hoch es geht an dasselbe.
2) Schön festhalten!
3) Während ihr euren Körper mit den Händen am Seil festhaltet zieht ihr eure Knie zur Brust und haltet diese Position so lang ihr könnt.

5 Sekunden geschafft? Dann reicht das laut Paoli locker aus, um den nächsten Schritt zu wagen.

Der nächste Schritt: Seated Rope Climbs
Um uns, auch mental, langsam auf das Seilklettern vorzubereiten und den Aspekt der Höhenangst bei mangelnder Sicherheit am Seil erst einmal außen vor zu lassen starten wir hier im Sitzen direkt unter dem Seil. Jetzt greifen wir das Seil wieder so weit es geht über dem Kopf und packen fest zu. Von hier aus greifen wir immer wieder über unsere obere Hand und ziehen so den Körper immer weiter am Seil hoch. Die Füße bleiben dabei fest auf dem Boden – wir ziehen so lange bis wir komplett aufrecht stehen. War doch gar nicht so schwer, oder? Damit habt ihr euch selbst bewiesen, dass ihr ruhig Vertrauen in eure Griff- und Zugkraft haben könnt. Ich würde vorschlagen, wie gehen daher wieder einen Schritt weiter.

L-Sit Rope Climb
Mit der wichtigste Aspekt für einen sicheren Rope Climb ist, dass eure Griffkraft ausreichend ist, um euren Körper am Seil zu halten während ihr eure Füße (mehr dazu später) nachzieht. Eine gute Übung hierfür sind L-Sit Rope CLimbs, da wir hier die Beine erst einmal komplett weglassen.

1) Startet wieder im Sitzen unter dem Seil
2) Greift mit beiden Händen über den Kopf, packt fest zu und spannt die Bauchmuskulatur an, um den L-Sit zu halten
3) Zieht euch nach oben während ihr die L-Position haltet und klettert Stück für Stück nach oben.

Ihr müsst nicht besonders hoch gehen, sofern ihr dies als Vorübung für den eigentlichen Rope Climb nutzen möchtet. Ein halber Meter bis Meter reicht in der Regel völlig aus. Sofern wir bei einer so geringen Höhe bleiben gilt diese Übung locker als Regression des Rope Climbs. Wollt ihr den ganzen Weg bis zum Ende des Seiles im L-Sit klettern, dann ist eindeutig eine Schwierigkeitsstufe höher als der herkömmliche Rope Climb. Aber auch das ist mit der Zeit locker machbar.

Der Rope Climb – das Original
Wer die letzten Progressionsschritte erfolgreich meistern konnte hat absolut keine Ausrede mehr nicht den ganzen Weg zu gehen. Wie bereits angesprochen ist der wichtigste Aspekt beim „originalen“ Seilklettern die Fußtechnik. Wie auch beim Klettern in der Wand sollten die Beine quasi die Hauptarbeit machen, während der Oberkörper nur unterstützt und stabilisiert. Die meiner Meinung nach beste Variante ist dazu ein Bein um das Seil zu schlingen, mit dem anderen Fuß das Seil zwischen den Füßen einzuklemmen und sich so hoch zu stemmen. Ich habe das in einem kurzen Tutorial für euch veranschaulicht.

Warum sollte ich Seilklettern überhaupt lernen?

Auch wenn ihr gar nicht auf die CrossFit Games, den nächsten Throwdown oder sonst einen Wettkampf wollt lohnt es sich das Seilklettern zu erlernen. Aufgrund der vielfältigen Herausforderungen für unseren Körper ist es nämlich mehr als eine reine Kraftübung. Es erfordert Konzentration, Geschicklichkeit, diverse Kraftaspekte und vor allem mentale Stärke dieses Seil immer und immer wieder hinauf zu klettern. Und wie gesagt, nicht umsonst wird diese Übung im Militär oder Leadership Development Kursen angewandt, um das Selbstvertrauen auf ein ganz neues Level zu haben.

Finish Strong,
euer Art