Suprfit-Team Blogpost: Timo – Verletzung – die Hoffnung stirbt zuletzt

Im heutigen Suprfit-Team Blogpost stellen wir Euch den neuesten Zugang unseres suprfitten Teams vor. Timo kam vor 2 Monaten zu uns und wird unseren kompletten Online-Marketing-Bereich überarbeiten und Stück für Stück neu ausrichten. Doch nicht nur in diesem Bereich hat er einiges zu erzählen – der Sport-Allrounder kämpft sich seit geraumer Zeit aus einer schweren Verletzung zurück in den Sport…

Ausprobierte habe ich schon einige Sportarten bis ich zu „meinem“ Sport gekommen bin. Von einer kam ich zur nächsten und so lernte ich viele verschiedene Sportarten sowie Trainingsformen kennen, die mir stets neue Perspektiven öffneten und neue Herausforderungen boten. Zum aktuellen Zeitpunkt dieser Entwicklung stehen 3 Sportarten für mich fest: allen voran Rugby, zu dem ich erst vor ein paar Jahren kam, dazu Snowboarding (das mache ich schon richtig lange) und Eishockey, was ich ebenfalls seit Jugendalter betrieben habe. Das heißt aber nicht, dass damit nun mein sportlicher Werdegang beendet ist. Zumindest nicht wenn es nach meinem Kopf geht, denn mein Körper, besser gesagt mein Knie, verordnet mir eine Zwangspause, die bereits 1,5 Jahre dauert.

Das letzte Mal stand ich im Januar 2013 auf dem Trainingsplatz, während eines Trainingswochenendes meines Rugby-Clubs in der Winterpause. Die Schmerzen ließen mich abbrechen und die Schuhe (hoffentlich vorerst) in den Schrank räumen.

Durch meine Verletzung momentan nicht möglich für mich: Rugby mit meiner Mannschaft der RG Heidelberg
Durch meine Verletzung momentan nicht möglich für mich: Rugby mit meiner Mannschaft der RG Heidelberg

Ich hatte mir im Alter von 16 beim Eishockey den Innenmeniskus gerissen, mein Arzt riet mir damals zur konservativen Behandlung. Dieser Rat stellte sich im Nachhinein als falsch heraus, nach ein paar Wochen war ich zurück auf dem Eis. Steter, wenn auch manchmal kaum merklicher Begleiter war seither ein stechender Schmerz im Knie, mal mehr, mal weniger, aber nie wirklich weg – gibt sich schon dachte ich, der Doc hat´s gesagt. Zwei meiner wichtigsten Lehren aus dem was danach kam sind: Wenn Du spürst dass etwas nicht richtig ist hol dir grundsätzlich 2-3 Meinungen ein. Und wenn Du etwas mit guten Erfolgschancen (minimal-) invasiv wieder reparieren kannst – dann tu´s.

Irgendwann, ca. vor 2,5 Jahren, waren die Schmerzen aber schließlich so stark, dass ich nach Spielen auf harten Plätzen (ich war mittlerweile beim Rugby angelangt) 1-2 Tage kaum mehr die Treppe hoch kam. Also bin ich nochmal zum Doc, MRT, Diagnose: vielschichtiger Knorpelschaden an der medialen Femurkondüle des Oberschenkelknochens im linken Knie, ca. 4 x 2 Zentimeter groß. Auf Deutsch: 5 Minuten vor einem künstlichen Kniegelenk, wie es ein Freund und Chirurg ausdrückte. Operation unausweichlich, Knorpeltransplantation. Wie es danach (sportlich) weiter geht konnte auf Grund der Größe des Schadens vorher niemand wirklich prognostizieren.

2 Operationen, neues, aus eigenem Gewebe nachgezüchtetes Knorpelmaterial sowie einen reparierten Meniskus und 9 Monate Reha später dann das Folge-MRT. Treppen konnte ich mittlerweile wieder normal steigen, aber Schmerzen waren immer noch da. Die Bilder aus dem Tomographen zeigen eine neue, satte Knorpelschicht wo früher ein Loch klaffte – fett! Dann ist da aber noch dieses Ödem darunter, genau an der  Stelle der alten Verletzung zwischen Knorpel und Knochen. Das muss noch weg, es verursacht mir teilweise noch starke Schmerzen nach anstrengender Reha.

Die große Verletzung am Gelenkknorpel erforderte 2 Eingriffe, momentan kämpfe ich noch um die Rückkehr in den Sport.
Die große Verletzung am Gelenkknorpel erforderte 2 Eingriffe, momentan kämpfe ich noch um die Rückkehr in den Sport.

Mittlerweile bin ich 14 Monate postoperativ, die Schmerzen sind noch da. Aus einer ersten Prognose von ca. 12 Monaten wurden mittlerweile 18, ich habe auch schon was von 24 Monaten gehört. An guten Tagen, wie gerade letzte Woche, fühle ich mich auf dem besten Niveau seit der OP. Aber diese Tage sind rar gesät, ich mache weiter meine Reha und versuche es auch mit homöopathischen Mitteln, diese Woche erhalte ich ein Reizstromgerät für den Heimgebrauch. Oft fühle ich den Schmerz noch, und an manchen Tagen sieht man sich kurz vor der Resignation. Wer einmal längere Zeit pausieren musste kennt das.

Klar, ich soll und muss mir Zeit lassen, was anderes bleibt dir ja nicht übrig – aber deinem Team zuschauen zu müssen während Du mit einer Verletzung draußen sitzt ist zum k*****. Zumal Du nicht sicher weißt ob Du jemals wieder auflaufen kannst, einfach auf Grund der Schwere deiner Verletzung. In einem Team zu sein ist super, und nicht bei der Mannschaft zu sein ist für jeden richtigen Sportler hart. Im Rugby ist das nochmal etwas besonderes, weil Du hier ganz besonders auf deine Teamkollegen angewiesen bist. Ohne Unterstützung kommst Du hier nicht weit, einzeln und als Mannschaft. Hier lernst Du was Teamarbeit wirklich bedeutet und nicht dabei zu sein fühlt sich irgendwie an die Jungs im Stich zu lassen – das hasse ich. Was tust Du also?

Große Sprünge kann ich vorerst nur in der Reha machen...
Große Sprünge kann ich vorerst nur in der Reha machen

Ich für meinen Teil versuche mich so fit wie möglich zu halten, so nahe am Leistungs- bzw. Kraftniveau wie möglich zu bleiben um beim ersehnten Comeback nicht zu viel nachholen zu müssen. Dieses Ziel verfolge ich. Das bedeutet für mich: Kraftraum und Reha-Übungen wenn die anderen auf dem Platz sind, keine Gewichte für die Beine, nur obenrum. Wenn Du was am Knie hast schränken sich deine Trainingsmöglichkeiten und Übungen auf einmal drastisch ein. In einer unserer Saisonvorbereitungen kamen auch ein paar CrossFit-Einheiten vor, damals entwickelten sich Hang Cleans zu einer meiner Lieblingsübungen. Die sind momentan leider nicht drin, genauso wie vieles andere auch. Und dann hast Du wieder diesen stechenden Schmerz, entweder ist er einfach da oder deine Reha war ein bisschen zu intensiv, genau kannst Du das nicht sagen. Und dann hoffst Du dass es Dir nicht so geht wie meinem Vorbild Stephen Ferris, Rugby-Spieler und einer der besten Flanker aus Europa, wenn nicht sogar weltweit, Nationalspieler Irlands und British & Irish Lion 2009 (eine riesen Ehre für diese Auswahl zu spielen) – so alt wie ich. Er beendete seine Karriere vor 3 Monaten, er hatte sich zu oft verletzt. Meine Schulter-OP 2009 (auch durch das Eishockey) lief gut, alles wieder in bester Ordnung – wird es beim Knie auch so sein? Und wenn ich nicht wieder zurück auf den Platz kann, wie wird es mit Snowboarden weitergehen, einer weiteren Leidenschaft von mir? Auch eine große Unbekannte. Du kannst Dir zwar Mut machen, aber unterbewusst nagt da dann doch etwas an Dir.

Durch Rugby und meine Verletzung bin ich mittlerweile nur noch selten auf dem Eis (hier nach dem Liga-Gewinn 2007; liegend, 2. v. l.).
Durch Rugby und meine Verletzung bin ich mittlerweile nur noch selten auf dem Eis (hier nach dem Liga-Gewinn 2007; liegend, 2. v. l.).

Was ich mir über die vergangenen 14 Monate bisher vor Augen führe sind zum einen die positiven Fortschritte, auch wenn sie noch so klein erscheinen mögen. Die guten Tage zeigen Dir was schon möglich ist und wo Du theoretisch dauerhaft mindestens sein könntest – gute Perspektive. Aber es geht mittlerweile nur noch langsam voran. Sehr langsam. Zum anderen halte ich mir mein Ziel vor Augen (ich kann verdammt diszipliniert sein wenn ich etwas erreichen will, es muss nur den richtigen Stellenwert haben) und stelle mir vor was alles wieder machbar sein wird – ich glaube ich werde dann überall nur noch hinrennen, so wie Forrest Gump. Werde ich bei freiwilligen Konditionsübungen laut „hier“ schreien? Das lasse ich mal noch offen, aber ich werde sie wahrscheinlich machen, ganz einfach weil ich es auch hasse vor den anderen aufzuhören…

In diesem Sinne

Stay Positive!

Timo

Passt gelegentlich auch auf unseren Suprfit-Hulk auf: Timo
Passt gelegentlich auch auf unseren Suprfit-Hulk auf: Timo
VornahmeTimo
Baujahr1985
Tätigkeit bei SuprfitOnline Marketing Manager
Sportart(en)Rugby, Snowboarding, Eishockey
LieblingsübungHang Cleans
HassübungAlles mit Sandbags
Lieblings-TrainingsgerätSuprfit 3 in 1 Plyobox
VorbildStephen Ferris