Sweat together stay together: 5 Gründe warum Paare die gemeinsam trainieren zusammen bleiben

Immer mehr Leute entscheiden sich für einen gesünderen und sportlicheren Lebensstil und dadurch wächst auch die CrossFit Szene in Deutschland rasant an. Das ist einerseits genial für die Gesundheit unserer Bevölkerung und die Bekanntheit unseres Lieblingssports. Andererseits könnte es, gerade im CrossFit, in dem wir die Community und das gemeinsame Training im Sinne des geteilten Schwitzens und Leidens, aber auch der geteilten Freude so sehr wertschätzen, einen guten Beitrag zur Erhöhung der Geburtenrate in unserem Land beitragen. Okay, dabei hab ich mich jetzt sehr weit aus dem Fenster gelegt, aber mehrere Studien haben belegt, dass Paare, die gemeinsam trainieren, glücklicher sind und wahrscheinlicher zusammen bleiben.
Klar, das hört man irgendwie immer, aber hier gibt’s die Hard Facts, denn gemeinsames Training kann!

1)Die Zufriedenheit in der Beziehung erhöhen
Eine Studie von Aron, Norman, Aron & Heyman aus dem Jahre 2000 zeigt, dass Paare, die gemeinsam an einer aufregenden körperlichen Challenge (Hallo,… wenn CrossFit das nicht zu 100% befriedigt dann weiß ich auch nicht) teilnahmen angaben, dass sie zufriedener in und mit ihrer Beziehung und ihrem Partner seien. Eine aufregende Herausforderung muss dabei nicht zwingend sportlicher Natur sein, das muss der Form halber dazu gesagt werden, aber laut Lewandowski und Aron (2004) ist es insbesondere die physiologische Aufregung und nicht unbedingt Herausforderung an sich, die zur „romantischen Anziehung“ führt. Gemeinsamer Sport ist dabei ein wundervolles und mit wenig Aufwand zu erreichendes Beispiel für eine stimulierende Aktivität, die diese positiven Effekte mit sich bringt. Kurz gesagt: ein gemeinsames Trainingsziel, regelmäßiges Training mit dem Partner, oder ein „Date at the Bar“ könnte die Qualität eurer Beziehung nach oben katapultieren.

2) Deine Effizienz steigern
Spätestens seit der Untersuchung von Zajonc (1965) ist bekannt, dass die reine Anwesenheit einer anderen Person unsere Fähigkeit eine bestimmte Aktivität auszuführen beeinflusst. Wofür waren Cheerleader noch gleich gut? Selbst wenn wir bereits das Gefühl haben etwas sehr gut zu können kann die Anwesenheit des Partners oder eines/einer begehrenswerten Menschen ein fantastisches Mittel sein uns zu neuen Höchstleistungen anzuspornen. Bond & Titus fanden 1983 heraus, dass die Alleinige Anwesenheit unserer Partner unsere Geschwindigkeit steigert, auch wenn wir selbst diese Steigerung gar nicht mitbekommen. Ah ja, dafür waren die Cheerleader da! Das beste Ergebnis erzielen wir allerdings tatsächlich bei Bewegungsabläufen die wir bereits beherrschen. Beim neu erlernen kann die Anwesenheit des „Objekts unserer Begierde“ nämlich auch unsere Fähigkeit neue, komplexe Dinge zu erlernen etwas hemmen (Zajonc, 1965). Also, auf gemeinsame Technikstunden solltet ihr trotzdem nicht verzichten, aber so richtig genießen könnt ihr das Ganze dann z.B. wenn euer Schatz euch bei den CrossFit Games Open Workouts anfeuert!

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3) …dazu führen dass sich dein Partner in dich verliebt
Okay, jetzt wird’s etwas spooky. Wie so oft trickst unser Körper uns manchmal gern aus. Beim Sport haben wir ähnliche „Symptome“ wie bei physiologischer Aufregung: zum Beispiel schwitzige Hände, einen erhöhten Puls, Kurzatmig. Witzigerweise können dadurch diese beiden körperlichen Zustände durch ihre gleichen Symptome vom Hirn verwechselt werden. So hält die Knetmasse zwischen unseren beiden Ohren die physische Anstrengung möglicherweise für eine romantische Anziehung. Das haben Dutton und Aron in ihrer Studie bereits 1974 belegt. Ausnahmsweise können wir also mal einen Trick bzw. beinahe eine Fehlschaltung unseres Körpers zu unseren Gunsten nutzen. Mit eurem „Wunschpartner“ zu schwitzen, die Kurzatmigkeit zu genießen und dem erhöhten Pulsschlag zu frönen könnte also den entscheidenden Kick geben 😉

4) …dir helfen deine sportlichen Ziele zu erreichen
Für das Erreichen unserer sportlichen Ziele sind wir in erster Linie selbst verantwortlich. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Wenn aber unsere Lebenspartner teilhaben an unseren Bemühungen und Höhen und Tiefen mit uns teilen, dann fällt es uns in der regel leichter der körperlichen Anstrengung zu frönen. Wenn der Partner mal verletzt oder krank sein sollte musst das aber nicht gleich bedeuten, dass eure sportliche Welt zusammenbricht. Keine Angst, dennSkoyen, Blank, Corkery und Butler fanden 2013 heraus, dass bereits die mündliche Unterstützung durch Gesundheitsorientierte, unterstützende Kommentare durch den Partner kann signifikant dazu beitragen, dass Couch Potatoes ihren Hintern hoch bekommen und ihre Fitnessziele erreichen.

5) …eure emotionale Bindung erhöhen
Im gemeinsamen Training müssen wir stetig unsere Handlungen und Bewegungen aufeinander abstimmen. Ob wir zusammen Gewichte heben, laufen, Rudern, Rad fahren oder in partnerbasiertem Athletiktraining mit dem FRoMBall Medizinbälle hin und her werfen ist dabei egal. Jede Form des gemeinsam ausgeführten Trainings stellt ein Verhalten dar, in dem wir einander nonverbal nachahmen. Und davon profitieren beide Partner (Stel und Vonk, 2010). Durch nonverbale Nachahmung fühlen sich Menschen einander oft mehr angezogen. Viele berichten, dass sie eine stärkere Bindung zu ihrem Partner dadurch spüren. Gemeinsam Sport zu treiben bietet also eine absolute Win-Win-Win Situation. Wir werden gemeinsam fitter, fühlen uns mehr zueinander gebunden und können gemeinsam einer glücklichen, gesunden Zukunft entgegen blicken. Was will man denn mehr?

Kurzum, Fitness muss nicht zwingend egoistisches Terrain sein. Fitnessziele lassen sich auch gemeinsam mit dem Lebenspartner erreichen und das gemeinsame Training kann, beinahe nebenbei, die Beziehung noch beflügeln. Also, ran ans Eisen und 3,2,1 GO

Finish strong,
euer Art

Quellen:
Aron, A., Norman, C. C., Aron, E. N., McKenna, C., & Heyman, R. E. (2000). Couples‘ shared participation in novel and arousing activities and experienced relationship quality. Journal ofPersonality and Social Psychology, 78, 273-284.
Bond, C. F., & Titus, L. J. (1983). Social facilitation: a meta-analysis of 241 studies. Psychological Bulletin, 94(2), 265-292.
Dutton, D. G., & Aron, A. P. (1974). Some evidence for heightened sexual attraction under conditions of high anxiety. Journal of Personality and Social Psychology, 30, 510-517.
Fitzsimons, G. M., & Finkel, E. J. (2011). Outsourcing self-regulation. Psychological Science, 22, 369-375.
Lewandowski, G. W., & Aron, A. P. (2004). Distinguishing arousal from novelty and challenge in initial romantic attraction between strangers. Social Behavior and Personality: an international journal, 32, 361-372.
Skoyen, J. A., Blank, E., Corkery, S. A., & Butler, E. A. (2013). The interplay of partner influence and individual values predicts daily fluctuations in eating and physical activity. Journal of Social and Personal Relationships, 30, 1000-1019.
Stel, M., & Vonk, R. (2010). Mimicry in social interaction: benefits for mimickers, mimickees, and their interaction. British Journal of Psychology, 101(2), 311-323.
Zajonc, R. B. (1965). Social facilitation. Science, 149, 269-274.
https://www.psychologytoday.com/blog/meet-catch-and-keep/201401/5-reasons-why-couples-who-sweat-together-stay-together