Tina Mirus Genesungstagebuch Teil 11

Woche 11

Es ist so weit…meine Genesung ist weitestgehend abgeschlossen.
Ich bin schmerzfrei und das Feintuning läuft bereits.

Da ich rechts und links eine Kreuzbandplastik habe, weiß ich genau, dass ich in einem sehr kleinem Zeitfenster sehr sehr viel geschafft habe.
Links habe ich ca. 2 Jahre gebraucht und jetzt mit dem rechten Knie wird es max. 6 Monate dauern, bis ich alles so machen kann wie vorher.

Kontinuität und Willenskraft ist hierbei der Schlüssel.

Wenn ich wirklich auf alle „nicht Aktiven“ gehört hätte, die der Meinung waren, das ich mich schonen sollte, dann wäre ich heute längst nicht so weit.
Es sieht alles so einfach aus und auch wenn ich es aufschreibe liest es sich sogar für mich sehr einfach. Aber so ist es bei weitem nicht.

Begonnen mit der Verletzung die jeder Sportbegeisterte erst einmal verarbeiten muss. Mit einer Einschränkung weitermachen ist auch nicht jedermanns Sache.

Sich damit abzufinden, das gewisse Übungen aufgrund des Prozesses einfach noch nicht ausführbar sind, hat mich oft mental an meine Grenzen gebracht.
Erst letzte Woche musste ich zwei mal weinend den Trainingsraum verlassen, weil es manchmal einfach unerträglich für meinen Kopf ist – Grundübungen, in denen man so stark war, neu erlernen zu müssen. Sich dann aber wieder sammeln und weiter machen, wieder und wieder und wieder…hat mich nicht nur körperlich wieder stark gemacht.

Was war in der vergangenen Woche tolles los?
Ich hab es einfach getan!!!
DoubleUnders…Gott – das man etwas so vermissen kann.
Ja ich weiß – viele von Euch hassen sie. Und doch funktioniert es… Eines meiner größten Ängste war, dass ich sie neu erlernen muss, denn ich habe nicht vergessen, was das für eine Quälerei war, aber einmal gelernt…toll.
Ich muss trotzdem langsam machen – das tue ich auch – nicht mehr als 50 – auch wenn unbroken schon einiges geht.

Die 100kg – Schallgrenze beim Kreuzheben habe ich auch wieder geknackt – noch 20kg bis zum letzten PR. Es geht also wirklich aufwärts und zwar mit großen Schritten.

Im ShoulderPress bin ich sehr stark geworden.

Der Muskelaufbau im Oberschenkel zeigt seine Wirkung. Die Form des Muskels ist merklich sichtbar.

FrontSquats liegen derzeit bei 50% vom letzten 1RM, OverHeadSquats liegen bei 70% vom letzten 1RM, BackSquats auch bei 50% 1RM.

Jeder Squat strengt mich wahnsinnig an, weil ich kräftetechnisch noch so viel ausgleichen muss. Der rechte Oberschenkel ist halt noch nicht ganz da – und das ist spürbar.
Auch führe ich die Squats noch kontrollierter und langsamer aus, um einfach Fehlhaltung zu vermeiden – jetzt ein Fehler und ich fange von vorne an.

Hölle…aber es bringt einen nun mal nur dann weiter, wenn man es tut.

Ich merke wie mich das ganze ausgezehrt hat – psychisch und physisch.
In zwei Wochen ist meine Saisonpause, d.h. 10 Tage Urlaub und 10 Tage keinen Sport.
Ja, richtig gelesen…0 = zero Sport und das wird richtig gut.

Ich danke Allen, die mich unterstützt haben.
Angefangen von der hervorragenden ärztlichen Betreuung, Physiotherapie bis hin zum Coaching im Gewichtheben, CrossFit und Athletiktraining.

Ich danke all Denen, die meine Wut und Tränen ertragen und mir dennoch Halt gegeben haben.

Ich danke der Community für das tolle Feedback und natürlich werde ich weiter berichten. Mich hat es sehr beeindruckt, wie viele Anrufe & Mails ich bekommen habe.

Ich danke allen Trainern, die in der Zeit für mich da waren und noch da sind. Es ist eine Herausforderung einen ehrgeizigen Athleten zu trainieren, wenn er dann aber verletzt ist, dann erkennt man die Fähigkeiten eines guten Coaches.

Natürlich werde ich auch weiterhin Eure Fragen beantworten, danke für das Vertrauen jedes Einzelnen.

Vielen Dank an das Team von Suprfit, die es möglich gemacht haben diese Plattform nutzen zu können.

Zum Abschluss möchte ich noch eins sagen…passt auf Euren Körper auf, ihr habt nur den einen!!!

Ich bin zurück…Eure Tina