Was ist ein „Firebreather“?

In der CrossFit Community tendieren wir ja bekanntlich dazu sehr gern unsere eigene Sprache zu benutzen. Wir sprechen von Cleans, Jerks, Muscle-Ups, Burpees, schreiben auf unser Whiteboard Dinge wie Rx’d, ATG, PU und so weiter und so fort. Ein Wald voller Abkürzungen und besonderer Bezeichnungen für Neulinge, bei dem nur noch ein Blick ins CrossFit Lexikon hilft. Und dann reden wir auch noch immer öfter von „Firebreathern“. „Was soll das denn bitte sein?“ fragt man sich da anfangs. Genau so ging es mir auch, aber ich habe mich dann durchaus an eines meiner ersten WoDs (noch so eine Abkürzung) erinnert, das mich nach Sprints, Push Press und Burpees mit einem absoluten Brennen in der Lunge keuchend auf dem Boden liegen ließ. Daher kommt auch die ursprüngliche Bezeichnung „Firebreather“: weil es in der Lunge nach einer wirklich intensiven Belastung wie Feuer brennt!

Woher kommt das Brennen in der Lunge?

In der „normalen“ Fitnessszene wird oft gesagt man solle sich nur so weit belasten, wie man sich noch unterhalten kann. Gott sei Dank sehen wir das im CF anders. Wer sich während des WoDs unterhalten kann fährt definitiv keine ausreichende Intensität auf!
Andererseits gehen viele, insbesondere Mediziner der alten Schule, davon aus, dass ein zu krasses Brennen der Lunge ein Indikator für eine zu hoch gewählte Intensität ist. Schlimm ist das allerdings nicht. Ihr habt keine negativen Folgen zu erwarten. Lediglich ein bisschen Brennen und evtl. Husten am Abend nach dem WoD oder, je nach Intensität,  auch etwas länger.  Manchmal schmeckt ihr sogar ein bisschen Blut im Mund (woher das kommt lernen wir nächste Woche). Das Brennen der Lunge rührt dabei nicht von zu viel Rauchen in deiner Vor-CrossFit Zeit sondern von einer  immensen Anstrengung der Lunge. Wie jede andere arbeitende Struktur in unserem Körper, beispielsweise Muskeln, wird auch die Lunge bei Belastung stärker durchblutet. Wird sie wirklich intensiv belastet wie beim CF dann wird sich auch stark gereizt – vergleichbar mit der Haut am Arm, wenn wir fest darüber reiben. Die Haut wird rot und gereizt. Die Lunge genauso. Nur dass sich das Brennen am Arm viel angenehmer äußert als das Brennen der Lunge durch die gereizte Lungenschleimhaut.

Ein Punkt noch nebenbei: die Lunge kann auch ganz einfach brennen, obwohl ihr euch nicht im hochintensiven Bereich bewegt, wenn es draußen ar***kalt ist. Das reizt die Lungenschleimhaut genauso, ist aber diesmal ein Faktor bei dem ihr allzu starke sportliche Belastung lieber sein lasst, denn hier besteht wirklich eine Gefahr sich gleich noch eine schöne Erkältung/Atemwegserkrankung zuzuziehen.

Die weiter gefasste Bedeutung des „Firebreather“

Da durch die hochintensiven Trainingseinheiten und erst recht bei Wettkämpfen die arme CrossFitter Lunge öfter mal brennt wurde aus dem Ursprung des Wortes eher ein beflügeltes Wort bzw. eine feste Bezeichnung.
Der Firebreather steht mittlerweile für viel mehr als das mehr oder weniger gute Brennen der Atemwege. Greg Amundsen, der sogar seine Klamottenmarke „firebreather athletics“ genannt hat, definiert es so:

thx to CrossFit Amundson for the picture and definition

Das bedeutet auf Deutsch, ein Firebreather ist einerseits eine Person, die sich nicht nur den Triumphen sondern auch den Beschwerlichkeiten des CrossFit Sports mit einem unzähmbaren Spirit gegenüberstellt, als auch eine generelle Bezeichnung für die optimistische Energie, die  viele Athleten versprühen, die mit Leib und Seele CrossFitter sind. Diese Menschen nehmen uns mit auf eine Reise in die Welt des Sport of Fitness, gehen mit gutem Beispiel voran, inspirieren uns und sind  für ihre Boxmitglieder da – im und nach dem Workout um mir Rat, Tat und Ansporn zur Seite zu stehen.  Echte CrossFit-Leader sozusagen.

Finish strong,
euer Art